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13.11.17 | Allgemeine Meldungen, Öffentlich

Deutschlandpreisverleihung und Studienakkreditierungsstaatsvertrag

Vertreter aus allen deutschen Bundesländern beim Fachbereichstag Maschinenbau in Wismar

von links nach rechts: Frau Prof. Dr. Michos (FM/FHWS), Herr Lukas Koch M. Sc. (FM/FHWS), Prof. Perseke (Hochschule Coburg), Herr Prof. Kleinteich (Hochschule Stralsund)

von links nach rechts: Frau Prof. Dr. Michos (FM/FHWS), Herr Lukas Koch M. Sc. (FM/FHWS), Prof. Perseke (Hochschule Coburg), Herr Prof. Kleinteich (Hochschule Stralsund)

(Wismar) Mitglieder des bundesweit organisierten Fachbereichstages Maschinenbau e. V. (FBTM) trafen sich am Donnerstag, dem 26. Oktober 2017, und am darauffolgenden Freitag zu ihrer diesjährigen Fachtagung an der Hochschule Wismar. Auf Einladung des Bereiches Maschinenbau/Verfahrens- und Umwelttechnik der Fakultät für Ingenieurwissenschaften haben die Ländervertreter, eine Vielzahl von Dekanen bzw. Fachbereichsleitern des Maschinenbaus aktuelle Themen der Hochschulpolitik diskutiert. Kernthemen waren die zukünftigen Aufgaben der Akkreditierungsagenturen und kritische Aspekte nach dem Studienakkreditierungsstaatsvertrag sowie der aktuelle Stand und die Zukunft des Maschinenbaustudiums. Ein Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung war die Auszeichnung der Maschinenbau-Absolventen Christian Becker, Hochschule Darmstadt, Lukas Koch, Hochschule Würzburg-Schweinfurt, Martin Lange, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, sowie Florian Hollrotter, Hochschule München, und Jana Bickel, Hochschule Osnabrück, mit dem Deutschlandpreis 2017 des FBTM.


Deutschlandpreis 2017 des FBTM
Fünf Absolventen im Fachgebiet Maschinenbau wurden für ihre besonders herausragenden Leistungen im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten vom FBTM e. V. ausgezeichnet, die sie im Zeitraum vom 1. Juni 2016 bis zum 31. Mai 2017 verteidigt hatten. Bei der Beurteilung der Bachelor- und Masterarbeiten zählten vor allem Aspekte wie eine anspruchsvolle Aufgabenstellung mit einer herausragenden Bearbeitung und einer Lösung mit einem hohen Niveau der Innovation sowie der realisierten praktischen Umsetzung. Der Deutschlandpreis des FBTM e. V. wird seit 2012 verliehen. Er ist in diesem Jahr mit 1.500 Euro je Preisträger dotiert.

Der Fachbereichstag Maschinenbau ist ein Zusammenschluss von mehr als 80 Fakultäten und Fachbereichen deutscher Fachhochschulen, an denen Maschinenbaustudiengänge angeboten werden. Mit der Preisverleihung möchte der FBTM nicht nur die Leistungen der Ausgezeichneten honorieren, sondern auch auf die Bedeutung des Fachgebietes für wirtschaftliche und technische Entwicklungen sowie die ungebrochen hohe Nachfrage nach hervorragend ausgebildeten Maschinenbauingenieuren aufmerksam machen.

Folgende Preisträger wurden ausgezeichnet:

für die besten Bachelorarbeiten


Jana Bickel B. Sc.
Hochschule Osnabrück

Thema der Abschlussarbeit: „Konstruktion eines variabel beweglichen Sitzkonzepts“
Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Christian Schäfers

Florian Hollrotter B. Eng.
Hochschule München

Thema der Abschlussarbeit: „Numerische Simulation von Überschallströmungen in Raketendüsen mit Berücksichtigung temperaturabhängiger Stoffwerte der Verbrennungsgase
Prof. Dr. Andreas Gubner

für die besten Masterarbeiten

Christian Becker M. Eng.
Hochschule Darmstadt

Thema der Abschlussarbeit: „Optimierung eines Forschungsbrenners und erste Charakterisierung mittels optischer Diagnosemethoden“
Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Dirk Geyer

Lukas Koch M. Sc.
Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Thema der Abschlussarbeit: „Konzeption eines Simulationsmodells zum Abbilden des thermischen Verhaltens von direktgetriebenen Werkzeugmaschinenspindeln“
Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Gordana Michos

Martin Lange M. Sc.
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Thema der Abschlussarbeit: „Konstruktion eines variabel beweglichen Sitzkonzepts“
Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Roland Heiler


Studienakkreditierungsstaatsvertrag – Folgen aus Landes- und FBTM-Sicht

Dr. Hans-Jörg Natorp, Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, bot mit der vom ihm dargelegten Sicht der Landesregierung zum Studienakkreditierungsstaatsvertrag bereits am ersten Tag der Fachtagung Diskussionsstoff. Je ein Vertreter der Hochschulrektoren-konferenz (HRK) sowie der beiden Akkreditierungsagenturen ASIIN e. V. und ACQUIN e. V. gingen in ihren Beiträgen auf die spezifischen zukünftigen Aufgaben ein. Prof. Dr.-rer. pol. Michael Schleicher, Prorektor für Bildung der Hochschule Wismar, berichtete aus der Praxis der Wismarer Hochschule bei der Systemakkreditierung. Das laufende Verfahren bewertet er schon jetzt als Gewinn für die Hochschule, weil es zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit der Qualität der Lehre geführt hat und zudem zu einer sinkenden administrativen Belastung der Fakultäten führen wird.

Im Ergebnis der Diskussion zeigte sich, dass die neuen Regelungen zur Akkreditierung und die damit einhergehenden Möglichkeiten positiv gesehen werden, auch wenn noch eine Reihe von Detailfragen offen sind. Mit Spannung erwarten nicht nur die Mitgliedshochschulen des FBTM e. V. sondern auch die Akkreditierungsagenturen die abschließende Formulierung der Musterrechts-verordnung zur Umsetzung des Staatsvertrages.


Studienakkreditierungsstaatsvertrag - Historie
Im sogenannten Bologna-Prozess hatten sich die Länder der Europäischen Union 1998 auf ein gemeinsames Hochschulsystem geeinigt. Die Studiengänge wurden auf ein gestuftes System von Bachelor- und Masterstudiengängen umgestellt. Damit einher ging die länder- und hochschulübergreifende Akkreditierung als System der externen Qualitätssicherung gestufter Studiengänge. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 17. Februar 2016 hat eine externe Qualitätssicherung von Studium und Lehre als grundsätzlich für verfassungskonform erklärt, dabei aber zugleich deutlich gemacht, dass das praktizierte System juristisch nicht legitimiert ist. Vor dem Hintergrund dieses Urteils hat die Kultusministerkonferenz (KMK) am 9. Dezember 2016 den Entwurf eines Staatsvertrages über die Organisation eines gemeinsamen Akkreditierungssystems zur Qualitätssicherung in Studium und Lehre an deutschen Hochschulen (Studienakkreditierungsstaatsvertrag) beschlossen. Das bedeutet, dass die KMK sich für eine länderübergreifende Lösung ausgesprochen hat. Die Länder sollen ihrer Verantwortung für die Gleichwertigkeit der Abschlüsse und die Möglichkeit des Hochschulwechsels nachkommen und damit sowohl den europäischen Standards als auch nationalen Verfahren der Qualitätssicherung genügen können – bei durchschnittlich 1200 zu akkreditierender Studiengänge deutscher Hochschulen pro Jahr. Der Staatsvertrag tritt am 1. Januar 2018 in Kraft.


Rahmenprogramm des Fachbereichstages
Zur Tradition des FBTM e. V. gehört es, den Teilnehmern der Fachtagung sowohl die für den Maschinenbau relevanten Einrichtungen der gastgebenden Hochschule vorzustellen als auch den Hochschulstandort. Bei einem kleinen Campusrundgang wurden am Bereich Maschinenbau/Verfahrens- und Umwelttechnik u. a. die Labore für Produktionstechnik, für Kunststoff- und Werkstofftechnik sowie für Strömungstechnik und Mechatronik besichtigt. Ein Besuch der MV Werften Wismar GmbH rundete die Fachtagung ab. Die Werft ist Praxispartner für jährlich durchschnittlich fünf junge Frauen und Männer, die an der Hochschule Wismar im dualen Studiengang Maschinenbau studieren.

Dokumente zur Meldung
MI17049_171027_FBTMaschinenbau_Deutschlandpreis17_Akkredtg.pdf (285 K)